Neubau Lehrerhaus in Ost-Tibet
Projektinformationen
Projekt | Lehrerhaus Ost-Tibet |
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Schwerpunkt | Bildung |
Was | Neubau Lehrerhaus |
Wo | Kandze, Ost-Tibet |
Ziel | Schaffung von Wohnraum für Lehrer |
Mindestbedarf | Projekt abgeschlossen |
Basisinformationen
Neubau Lehrerhaus in Ost-Tibet
Rongbatsa liegt in der Provinz Ganzi (Kandze) in Osttibet in einer Höhe von 3.800 Meter ü.NN, mit kleinen verstreuten Bauerndörfern und in den weiteren Höhen und der Umgebung mit Nomadenfamilien. In der Gegend wohnen etwa 350 tibetische Familien, die überwiegend von der Landwirtschaft leben. Die Region ist voll erschlossen mit neuen Straßen, es gibt ein kleines Wasserkraftwerk für die Stromversorgung und eine Trinkwasser-Versorgung.
Es gab in den Dörfern und im weiteren Bereich keine Grundschulversorgung für tibetische Kinder. Die Jiadengschule wurde im Jahr 2004 von den Tibetern aus der Region gegründet ( Jiadeng Lobsang Jampa –Gyalten) und durch den Ausbau der notwendigen Unterrichtsbedingungen wie Klassenräume, Küche, Essensraum und Schlafräume konnte der Schulbetrieb gesichert werden. Für die Wasch –und Toilettenräume wurde ein Abwasserkammer-System gebaut. Die Schule erhielt im vorigen Jahr von der chinesischen Provinzverwaltung eine neue Trinkwasserleitung (die alte Leitung war zu gering bemessen für den jetzigen Schulbetrieb). Die chinesische Behörde hat die Anzahl der Kinder an dieser Schule auf max. 400 begrenzt.
Die Schule erhält finanzielle staatliche Unterstützung: Sie erhält die Lehrmittel für den Unterricht wie Bücher, Hefte, Stifte- und einen kleinen Anteil an Lebenshaltungskosten und zahlt 3 Lehrergehälter nach staatlichem Tarif. Eine weitere Übernahme von Lehrergehältern staatlicherseits wurde zwar in Aussicht gestellt, jedoch werden bisher die übrigen 12 der insgesamt 15 Lehrer aus Einnahmen der Jiadeng Charity bezahlt. Ihr Gehalt liegt dadurch bei ca. 50% des landesüblichen Gehalts, somit verdienen sie erheblich weniger als die staatlich angestellten Lehrkräfte. Weiterhin mangelt es der Schule an Unterkunftsmöglichkeiten für Lehrkräfte. Die meisten Lehrer wohnen in den umliegenden Dörfern. Es gibt auf dem Schulgelände noch einen sehr alten Lehmbau ohne Wasser und Toiletten, in dem zurzeit übergangsweise Lehrkräfte wohnen. Dieses Gebäude ist unbewohnbar im Winter und nicht zu erhalten, da die Lehmwände durchlässig und verfallen sind. Es hat kein Fundament und die Dachsparren sind verrottet.
Die Kombination aus geringem Gehalt und mangelnder Wohnmöglichkeit führte in der Vergangenheit mehrfach zu Abwanderung von Lehrkräften zu staatlichen chinesischen Schulen, vor allem wenn sie eine Familie gründeten und für den Unterhalt sorgen mussten. Ein Ausfall von Lehrkräften für einige Zeit beeinträchtigt den Schulbetrieb stark, die Qualität des Unterrichts durch Stundenausfälle leidet und die Chance der Kinder für einen guten Abschluss der Grundschule verschlechtert sich.
Um in Zukunft eine Abwanderung von Lehrkräften zu verhindern, sollte die Schule ein Wohnhaus erhalten, welches die Schule selbstständig bewirtschaftet. Dort sollen die Lehrer mit Partner kostenfrei wohnen können, was für die Lehrer einen Geldwertvorteil bedeutet.
Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Projekt umsetzen konnten.
Es wurde ein 2-geschossiges Gebäude mit 2 Toilettenräumen, 1 Toiletten-Waschraumkombination, einer Gemeinschaftsküche mit Abstellraum, einem Aufenthalts-/Seminarraum und 4 Einraumwohnungen (Schlaf/Wohnraum) erbaut.
Die Baukosten von rund 100.000€ konnten mithilfe des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) übernommen werden.